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Zuchtverfahren Ziel eines Rassekaninchenzüchters sollte sein, Tiere zu züchten, die dem
Idealbild seiner Rasse (beschrieben im jeweils gültigen Einheitsstandard des
ZDK) auf breiter Basis nahe kommen. Ein großer Anteil der Nachzucht sollte sich
sowohl im äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp) als auch in der Erbmasse
(Genotyp) ähneln. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es ratsam, bei Beginn einer Zucht Tiere
von zuchterfahrenen und erfolgreichen Züchtern zu erwerben, die ihre Zuchten
nahezu alle durch Verwendung der untenbeschriebenen Zuchtmethode Inzucht
aufgebaut und dieses Verfahren konsequent über Jahre beibehalten haben. Zum
besseren Verständnis sind die wesentlichen Zuchtmethoden nachstehend kurz erläutert. Reinzucht
ist die Verpaarung von Tieren einer Rasse, deren Erbanlagen sich ähneln.
Reinzucht ist sowohl Fremdzucht als auch Inzucht. Inzucht ist
Verwandtschaftszucht, bei der die Partner mäßig bis eng miteinander verwandt
sind. Durch fortgesetzte Inzucht (1. und 2. Verwandtschaftsgrad) entstehen
Inzuchtlinien. Bei der Inzucht (enge Inzucht) werden Eltern und deren Nachkommen,
Wurfgeschwister untereinander, Großeltern mit deren Enkeln verpaart. Im 3. und
4. Verwandtschaftsgrad werden im übertragenen Sinn Onkel-Nichte, Tante-Neffe,
Vetter und andere verpaart. Das Ziel der Inzucht besteht darin, bestimmte erwünschte Eigenschaften in
der Linie zu festigen und sie zu verbessern. Auch eventuell auftretende
Erbkrankheiten lassen sich nur mit dieser Zuchtmethode erfolgreich ausmerzen. Die Inzucht ist die einzige Zuchtmethode, um einen erbreinen Stamm zu erzüchten,
in dem die Nachkommenschaft sich weitgehend ähnelt. Erfolgreich betrieben werden kann Inzucht nur, wenn der Züchter ein
Zuchtbuch führt, in dem detailliert einerseits die Verwandtschaftsverhältnisse
der eingesetzten Zuchttiere nachzuvollziehen sind und andererseits alle
positiven und negativen Eigenschaften der Zuchttiere und der Nachzucht
festgehalten werden. Dabei sollten auch Anmerkungen über Fruchtbarkeit,
Aufzuchtverhalten, Widerstandsfähigkeit und Fressverhalten nicht fehlen. Fremdzucht bedeutet
(in diesem Zusammenhang) die Verpaarung von Tieren, die nicht miteinander
verwandt sind, aber dennoch einer Rasse angehören. Die "Kinder"
dieser Fremdpaarung werden wiederum mit Zuchtpartnern vereinigt, die nicht
"blutsverwandt" sind, die also aus fremden Erblinien stammen. Wenn der Züchter für seine Häsinnen die richtigen Vatertiere wählt, können
auch mit der Fremdzucht Erfolge erzielt werden.
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Datum der letzten Aktualisierung: 13.06.2009 Diese Seite wurde der Öffentlichkeit erstmals am 08.05.2000 präsentiert. © 2000-2009 by Wolfgang Müller, Sievekingsallee 150a, 22111 Hamburg; e-mail (ersetzen Sie at durch @): wolfgang at mueller-gelting.de |